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Parkway Drive, Bury Your Dead, Suicide Silence, This Is Hell, To Kill - 09. Mai 2008, Köln-Underground
Der 09. Mai war wieder einer dieser heißen Frühlingstage, an denen man sich am liebsten in den Park, ins Schwimmbad oder an einen See begibt, um sich nach Möglichkeit recht schnell abzukühlen. So denkt in Köln aber nicht jeder und so kam es, dass sich an diesem Freitag um 19 Uhr unzählige Menschen im und ums Kölner Underground versammelt hatten. Der Grund dafür war die ausverkaufte Show von Parkway Drive, die hier zusammen mit Bury Your Dead, Suicide Silence, This Is Hell und To Kill auftreten sollten. Aufgrund der hohen Nachfrage gab es noch eine extra Show, die schon am Nachmittag stattfand und aus den Gesprächsfetzen konnte man entnehmen, dass dort schon einiges abging. Nichts geht aber über eine ausverkaufte Show und so machte man sich um 19 Uhr 30 auf den Weg hinein, um die erste Band live zu erleben. Was aus dem Abend wurde, könnt ihr hier nachlesen.

Parkway Drive, Bury Your Dead, Suicide Silence, This Is Hell, To Kill – 09. Mai 2008, Köln - UndergroundTo Kill - Imposanter Opener

Um 19 Uhr 25 durfte dann die erste Band des Abends das Underground unsicher machen. To Kill aus Rom hatten diese ehrenvolle Aufgabe und es hatten sich auch schon ein paar Leute vor der Bühne versammelt, um dem Treiben der Italiener beizuwohnen. Geboten gab es durchaus coolen Oldschool Hardcore, der viel Energie und Intensität vorweisen konnte. Hinzu kommt, dass die Band, im Besonderen Fronter JoshXMosh, sehr sympathisch rüberkam und den Kontakt zum Publikum suchte. Ziemlich moshlastig ging es hier zur Sache und Songs wie 'Dust' und 'Hollow' sorgten für die ersten Bewegungen im Publikum, das der Hitze, die in Köln vorherrschte mehr als nur trotzte. Mit jedem Song steigerten sich die Temperaturen im Raum. Basser Tommi, Camilla und an den Gitarren und Drummer Jai hatten alle Hände voll zu tun und, was man ihnen sehr gut ansehen konnte, Spaß auf der Bühne. Wo sie konnten, unterstützen sie ihren Fronter, der wie wild über die ganze Bühne lief, rumsprang, die Fäuste in die Luft warf und einfach nur angepisst durch die Gegend schrie. Das machte Spaß, war nett anzusehen und über die ganze Spielzeit von etwa 25 Minuten war auch der Sound durchaus akzeptabel. Aber nicht nur To Kill hatten Spaß während ihres Auftritts, denn auch vor der Stage wurde sich ständig bewegt. Die Damen und Herren packten während der Moshparts ihre Tricks aus und, man mag es kaum glauben, es lief sehr friedlich ab. Eine Verschnaufpause gönnte die Band ihren Fans jedoch nicht und so wurde Song für Song rausgeknallt, bis man mit 'The End Of The Show' auch schon das Ende des Gigs einläutete. Hier ging es noch einmal richtig zur Sache und sowohl Band, als auch Zuschauer rasteten noch einmal aus. Dann war es für To Kill Zeit, die Bühne zu räumen und nach kurzem aber heftigem Applaus konnte man noch ein paar Minuten die Sonne genießen, bevor man sich wieder den Platz in der ersten Reihe ergattern sollte. To Kill: Website / MySpace

Parkway Drive, Bury Your Dead, Suicide Silence, This Is Hell, To Kill – 09. Mai 2008, Köln - UndergroundThis Is Hell – Spontane Geschichte

Um 21 Uhr war dann Zeit für die zweite Band des Abends, die jedoch nicht auf dem Line-Up Plan stand, der im Underground aushing. This Is Hell aus Long Island, New York, standen plötzlich auf der Bühne. Der ein oder andere wusste davon nichts, vielen jedoch war dieser Umstand klar und definitiv alle freuten sich darüber. Es ging auch sofort rund und einige Leute stapelten sich vor der Bühne, um möglichst oft ins Mikro brüllen zu dürfen, welches Fronter Travis Reilly nur zu gerne frei gab. Zwar ging es in den ersten Reihen mächtig zur Sache und auch das ein oder andere Moshkid ließ sich auf der Tanzfläche blicken, von einer ausverkauften Show jedoch war noch nicht viel zu bemerken. Überall klafften die Lücken zwischen dem Publikum, viele unterhielten sich, was aufgrund des sehr lauten Sounds nicht immer einfach gewesen sein muss und andere schauten sich das lustige Treiben aus eher sicherer Entfernung an. Dies alles tat der Stimmung aber keinen Abbruch, denn diese ging von Anfang an in Ordnung. Sänger Travis, die Gitarristen Rick Jiminez und Chris Reynolds, Bassist Johnny Moore und Drummer Dan Bourke zockten Tracks wie 'Infected' und 'Broken Teeth' und das Publikum zeigte sich durchaus textsicher. Ein richtig besonderer Moment blieb aber in dieser halben Stunde aus. Klar, die Band verausgabte sich während der ganzen Zeit, wirbelten die Instrumente umher, sprang durch die Gegend und legte ein ordentliches Brett hin. Der Funke wollte dennoch nicht richtig überspringen, dafür war es dann vielleicht doch etwas zu leer. Das einzige wirkliche Highlight war 'Permanence', bei dem es keinen mehr auf seinem Fleck hielt. Nach einer knappen halben Stunde, hatten auch This Is Hell ihren Job erledigt und stiegen unter Applaus von der Bühne. Zeit für frische Luft. This Is Hell: Website / MySpace

Parkway Drive, Bury Your Dead, Suicide Silence, This Is Hell, To Kill – 09. Mai 2008, Köln - UndergroundSuicide Silence – Psychopathische Abrissbirne

Die frische Luft sollte man an diesem Abend jedoch nicht zu lange genießen, denn ab der dritten Band war es fast schlauer, gleich vor der Bühne zu warten, um noch einen ordentlichen Platz zu ergattern. Im Falle von Suicide Silence schauten einige recht überrascht, als man noch im Biergarten sitzend schon die ersten Töne, die sich zu einem Lied zusammensetzten, vernahm. Bier stehen gelassen und schnell reingelaufen, das war bei vielen die Devise. Drinnen bot sich dann ein völlig anderes Bild als bei den ersten zwei Bands. Die Lücken, die eben noch vor den Brettern klafften, waren nun völlig geschlossen. Man sah umher fliegende Mähnen, schwingende Arme und einfach einen schon jetzt nass geschwitzten Haufen. Auf der Bühne sah es sehr ähnlich aus. Auch hier regierten die Männer mit langhaarigen Mähnen, außer Fronter Mitch, der groß und dünn wie er ist, aus seiner Band ein wenig hervorstach. Das machte er aber mit seiner Stimme wett und während nach kurzen Psycho-Intro bei 'Unanswered' die Gitarren nur so flitschten und das Drumset malträtiert wurde, konnte er mit seinem Wechsel zwischen hohem Gekreische und tiefsten Growls enorm überzeugen. Auch der Rest der Band, bestehend aus den Gitarristen Chris Garza und Mark Heylum, Bassist Mike Bodkins und Drummer Alex Lopez, zeigte sich von der Schokoladenseite und zeigte den Zuschauern, was es heißt, seine Instrumente zu beherrschen und dabei trotzdem noch eine klasse Show abzuziehen.
Suicide Silence zockten sich durch ihr aktuelles Album 'The Cleansing' und den Leuten gefiel, was sie dort sahen und hörten. Mehrmals wurde die Bühne gestürmt, nur um sofort wieder runter zu springen oder kurz ins Mikro zu brüllen. Fronter Mitch komplettierte dieses teilweise leicht chaotische Bild mit seiner Performance und zeigte einige Verränkungen, die fast schon im Rücken weh getan haben müssen. Sonst übte er sich in theatralischen Posen, welche ihm auch sehr gut standen und zur Musik ebenso passten. Ein weiteres Highlight war 'The Price Of Beauty', bei dem wieder möglichst viele Leute mitschreien wollten. Ein solcher musikalischer Abriss hat sich im Underground bisher eher selten zugetragen, vielleicht am ehesten bei Napalm Death oder ähnlichem. Eine Grind-/Deathcore Attacke jagte die nächste und man ließ den Zuschauern kaum die Zeit zum Luftholen. Zwischendurch bedankte man sich bei der Booking Agentur, den Veranstaltern und den restlichen Bands des Abends, besonders an Parkway Drive gingen einige Huldigungen raus und schon ging es weiter. Das Underground verwandelte sich in einen Schlachthof und niemand konnte mehr ruhig stehen. Eine sich bewegende Masse schob sich immer wieder in Richtung Bühne und wieder zurück, trug dabei etliche Zuschauer von oben mit sich und alle hatten sichtlich Spaß. Aber auch der schönste Moment geht einmal zu Ende und so gab es noch 'No Pitty For A Coward' und 'Destruction Of A Statue' zu hören, bevor die Band etwa 40 Minuten später die Bühne wieder verließ. Die Zuschauer waren begeistert, applaudierten, was das Zeug hielt, und viele waren sich einig, dass die vorgelegte Härte an diesem Abend nicht mehr getoppt werden kann. Suicide Silence: Website / MySpace

Parkway Drive, Bury Your Dead, Suicide Silence, This Is Hell, To Kill – 09. Mai 2008, Köln - UndergroundBury Your Dead – Auf zur Wasserschlacht

Gefühlte fünf Minuten später ging es auch schon weiter mit Bury Your Dead aus Boston. Das Underground hatte sich mittlerweile bis zu letzten Ecke gefüllt, als Fronter Myke, die Gitarristen Slim und Eric, Bassist Bubble und Drummer Mark die Bühne betraten. Gleich ging es auch schon los und man sollte in den nächsten 40 Minuten einen ordentlichen Querschnitt durch alle Bury Your Dead-Alben mitbekommen. Schon kurz nach den ersten Tönen wurde es stickig und heiß im Laden, was auch der Band auffiel. Kurzerhand wurden die Wasserflaschen geköpft und erstmal nur auf der Bühne herum gespritzt. Als den Recken das aber zu langweilig wurde, bezog man schnell das Publikum mit ein. So kam es, dass der ein oder andere völlig nass gespuckt oder gespritzt wurde, während Songs wie 'Sympathy Orchestra' oder 'Top Gun' zum Besten gegeben wurden. Die Setlist bestand zum großen Teil aus älteren Songs der Band, die wesentlich moshlastiger sind als das aktuelle Material und das sorgte dafür, dass auf der Tanzfläche so richtig die Fetzen flogen. Dachte man bei Suicide Silence noch, dass es ordentlich abgehen würde, bekam man von Bury Your Dead ordentlich vorgeführt, dass immer noch ein Tick mehr geht. Immer wieder wurde die Bühne für die beliebten Stagedives geentert, das gesamte Publikum sang mit und getanzt wurde am laufenden Bande. Auch die Band kam sehr sympathisch rüber und hatte richtig Lust darauf, das Underground in Schutt und Asche zu legen. Immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht nutzte man die gesamte Bühne aus und während die Instrumentenfraktion einen unglaublichen Spaß daran hatte, immer mehr Wasser zu verteilen, schrie sich der neue Fronter Myke ordentlich durch die Spielzeit. Wer Bury Your Dead auf Platte schon mag, sollte sich unbedingt mal eine Show der Jungs ansehen, denn diese wird er so schnell nicht vergessen. Die Spielfreude und der Kontakt zum Publikum waren also immens und als die Show mit 'Losin It' beendet wurde, sah man von der Bühne eigentlich gar nichts mehr. Myke wurde unter seinen Fans begraben und alle skandierten nur noch den Satz: „Bury Your Fucking Dead!“. Das war ein schönes Bild und ein grandioser Abschluss einer feucht fröhlichen und sehr schönen Show.
Wieder einmal haben Bury Your Dead bewiesen, dass sie eine absolute Live Band sind und dadurch immer wieder punkten können. Das Publikum dankte es der Band mit einem gehörigen Applaus, bevor die Bühne für den Hauptact des Abends bereit gemacht wurde. Bury Your Dead: Website / MySpace

Parkway Drive, Bury Your Dead, Suicide Silence, This Is Hell, To Kill – 09. Mai 2008, Köln - UndergroundParkway Drive – Schweißtreibend bis zu letzten Minute

Als letzte Band des Abends sollte Parkway Drive auf der Bühne stehen. Die Luft im Underground war mittlerweile fast unerträglich und immer mehr Menschen quetschten sich jetzt in den engen Raum. Schulter rieb sich an Schulter, Beine kreuzten sich, aber alle Gesichter waren voller Erwartung und Spannung. Was aber letztendlich aus dieser Show wurde, hatten wohl die wenigsten gerechnet. Kaum standen die Herren aus Byron Bay auf der Bühne, flogen auch schon die ersten mit Konfetti gefüllten Hände in die Luft und die ganze Stage wurde mit Papier bedeckt. Sofort kam auch Bewegung ins Publikum und die Band spielte ihre komplette Hitsammlung runter. Dazu gehörten Songs wie 'Mutiny', 'Smoke Em If You Got Em' und 'Gimme A.D.'. Was sich auf der Bühne abspielte, war einfach grandios, eine solch sympathische Band hat man selten erlebt. Von der Spielfreude angesteckt, nutzten auch einzelne Mitglieder von Bury Your Dead die gute Simmung aus und ließen sich zu Headwalks und ähnlichem ermuntern. Höhepunkt war jedoch, dass auf der Befestigung der Beleuchtung Platz genommen und die Show von dort aus weiter begutachtet wurde. Irgendwann wurde es dort auch zu langweilig und so schwang man wild umher und ließ sich letztendlich ins Publikum fallen. Von den Leuten selbst wurden die Boxentürme in Anspruch genommen und so flogen man diesmal eben nicht nur von der Bühne. Parkway Drive zeigten sich sichtlich begeistert von der Action und Fronter Winston McCall bedankte sich nach jedem Song ausgiebig. Die Band wurde gefeiert wie Rockstars und als Belohnung dafür gab es Kracher wie 'Boneyards' und 'Carrion'. Immer wieder stürmten die Leute die Bühne, begruben die Band unter sich, so dass selbst später die Securities einschreiten mussten, die gegen die Masse an Menschen aber kaum eine Chance hatten. Vielen wurde es in der Menge zu heiß und so setzte man sich einfach auf die Stage, nahm der Band ein wenig Platz zum Spielen, was aber niemanden wirklich störte. So verlegte Fronter Winston seine Performance oftmals auf die Hände des Publikums, während seine Kollegen Luke Kilpatrick und Jeff Ling an den Gitarren, Drummer Ben Gordon und Bassist Jia O´Connor auf der Bühne fleißig weiter zockten und eine schweißtreibende Show hinlegten. Was wäre eine Parkway Drive-Show ohne 'Romance Is Dead', welchea es natürlich als Zugabe zu hören gab. Spätestens kurz vor der Textstelle: „Cry me a fucking river bitch!“ hielt es keinen mehr auf der Tanzfläche und die Bühne wurde ein letztes Mal belagert, nur um diese kurze Textzeile mitschreien zu können. Danach stürzte man sich wieder ins Getümmel, um die letzten Sekunden des Tracks noch einmal tanzend zu erleben und dann war es auch schon wieder vorbei. Um kurz nach elf verließen dann auch Parkway Drive unter tosendem Applaus die Bühne und alle waren sich darüber einig, soeben eine der besten Shows erlebt zu haben, die das Underground in den letzten Jahren zu bieten hatte. Parkway Drive: Website / MySpace

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass all jene, die nicht in den Genuss kamen, diese fünf Bands an diesem Abend live erleben zu dürfen, so einiges verpasst haben. Mit jeder Show steigerte sich die Temperatur im Laden und die Tanzwut der Zuschauer. Alle Bands zogen ihr Programm professionell und vor allem sehr sympathisch durch. Publikumstechnisch waren klar Parkway Drive und Bury Your Dead die Sieger, aber auch To Kill sollte man auf jeden Fall im Auge behalten und nach Möglichkeit eine ihrer Shows besuchen. Lange Rede, kurzer Sinn: Für den geringen Eintrittspreis bekamen die Zuschauer an diesem Abend alles geboten, was eine gute Show ausmacht. Bitte mehr davon!
Autor: Alexander Greve