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Der Preis des Verbrechens' Volume 1
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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Sick of it all - 08. März 2004 - Köln
Sick Of It All – Review

Feinster New Yorker Hardcore in der Kölner Live Music Hall –
Niemand anders als Sick Of It All gaben sich die Ehre



SickofitallMontag, 08. März 2004. Knapp 18 Uhr. In der Kölner Live Music Hall herrscht geschäftiges Treiben, der Soundcheck ist in vollem Gange. Gerade betreten Sick Of It All die Bühne und testen brav alle nach einander ihre Instrumente und Lou seine Stimmbänder. Gut gelaunt absolvieren die vier diesen mittlerweile wohl alltäglich gewordenen Job. Doch heute ist es vorerst das letzte Mal, dass Lou, Pete, Armand und Craig einen Soundcheck hinter sich bringen müssen, denn es ist der letzte Gig einer fast 6wöchigen Europatournee. Dennoch ist von Ausgelaugtheit oder Müdigkeit kein bisschen zu spüren. Kraftvoll und Energiegeladen proben sie einen Song. Dann sind sie auch schon wieder im Backstagebereich verschwunden und die kalifornische Band Bleeding Through betritt die Bühne. Auch hier wieder das gleiche Spiel, alles schön checken…

Gegen 19 Uhr öffnen sich die Türen für die Fans. Selbstverständlich ist eine beachtliche Masse erschienen. Denn den Auftritt der Godfathers of New York Hardcore, wie man SOIA zweifelsfrei bezeichnen darf, lässt sich so schnell niemand entgehen. Und schnell ist die Halle gefüllt von der erwartungsvollen Menge. Pünktlich zur besten Sendezeit besteigen Bleeding Through wieder die Bühne. Die sechs geben alles, um die Masse schon mal auf Touren zu bringen und das gelingt ihnen auch. Ihr Stil, der etwas an schwedische Metalbands aus den frühen 90ern erinnert kommt sichtlich gut an und im Moshpit wird schon ordentlich gerockt. Der Sänger schlägt sogar ein paar Purzelbäume, das gibt´s ja wirklich selten! Nach einer knappen Dreiviertelstunde verabschieden sich die Kalifornier mit einer Dankesrede an SOIA und die gesamte Crew. Danach gab´s die übliche Umbauphase, in der man von eingespieltem Musikgedudel unterhalten wurde. Um 20 Uhr 50 hatte die zweite Vorband Most Precious Blood ihren Auftritt. Auch hier ist der Sänger ist ein richtiges Energiebündel, das keinen Moment still stehen kann. Auch ihre Show kommt sichtlich gut an, die Masse brüllt die Zeilen mit und geht richtig ab. Das ist sicher eine Band, von der wir noch einiges hören werden. Gerade als das Publikum so richtig abgeht, ist die Zeit aber auch leider für diese Hardcore-Band vorbei, sie müssen das Feld räumen. Man merkt, es sitzt den Jungs ein knallharter Zeitplan im Nacken. Wieder die obligatorische Umbauphase, doch als schon alles fertig ist, hapert es dennoch an der Fahne, denn die große Sick Of It All - Fahne wird immer noch zur Hälfte von der Fahne der Vorgänger Most Precious Blood verdeckt. Da wird von den Roadies gezupft und gezogen, aber es hilft alles nichts. Erst als eine Leiter gebracht wird, kann das gute Stück abgenommen werden und somit der Banner der Headliner endlich über Armand´s Schlagzeug in voller Schönheit prangen. Dann kommt der Zeitpunkt, auf den alle gewartet haben: Das Licht wird gedimmt, die Musik verstummt, die Spannung liegt förmlich zum Greifen in der Luft. Im Laufschritt betreten nun Sick Of It All Sickofitalldie ca. 1,50 m hohe Bühne, die Masse brüllt begeistert los, der Abend ist eröffnet! Mit „Good Lookin´Out“ wird gleich zu Anfang Vollgas gegeben. Es folgen viele Songs von der aktuellen Platte „Life On The Ropes“, wie „Relentless“ oder „Paper Tiger“, aber auch die guten alten Songs, wie „Busted“ und „Scratch The Surface“ fehlen nicht im Programm der New Yorker. Pete und Craig stehen keinen Moment still, es wird gesprungen und gerockt, was das Zeug hält. Spätestens jetzt ist klar, da stehen Jungs auf der Bühne, die immer noch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte, das lieben, was sie tun. Lou begrüßt das Publikum und entschuldigt sich, dass er nach 12 Jahren, die die Band nach Deutschland kommt, um zu touren, immer noch nicht mehr Wörter als „Dankschön“ und „Bitteschön“ sprechen kann. Aber das ist wohl nebensächlich, denn singen kann er ja! Nun ist es längst kein Konzert mehr, sondern eine fette Hardcore-Party, die man sonst wohl nur noch in New Yorker Underground-Clubs miterleben kann, klar dass da auch das Circlepit und die Stagediver nicht fehlen dürfen. Selbst Lou stürzt sich einmal genüsslich in die Menge der moshenden Menschen. Beim letzten Song vom letzten Konzert „Goatless“ kommen alle Mitglieder der Vorbands auf die Bühne und rocken noch einmal gemeinsam. Dann verschwinden sie erst mal von der Bühne. Doch der geneigte Fan ist nicht so einfach abzufertigen und so bewirkt das Gröhlen der Parole „Another Song!“ auch wirklich, dass die vier erneut auf die Bühne kommen und noch zwei Songs zum Besten gibt. Danach ist aber um kurz nach 23 Uhr wirklich Schluss, denn wir erinnern uns an den knallharten Zeitplan, und dem muss man schließlich folgen, wenn man morgen wieder pünktlich bei seiner Familie sein will.

Ausführliches Interview mit Lou Koller

Fotos: KoNs
Autor: Vera Bunk